Sozialpädagogische Wohngruppen
Speerblick

Geschichte

Fest verwurzelt

Das ehemalige Kinderheim „Speerblick“ kann auf eine lange und traditionsreiche Vergangenheit zurückblicken. Auf Anregung des damaligen Ständerates Emil Schubiger aus Uznach beschloss die Gemeinnützige Gesellschaft vom Seebezirk am 31. März 1901, den Bau eines Bezirkswaisenhauses zu lancieren.

 

Unterstützung fand das Vorhaben bei der damaligen „Leih- und Sparkasse vom Seebezirk und Gaster„, der heutigen Bank Linth. Diese förderte das Projekt mit der Anlegung eines Sezialfonds, mit dem etwa die Hälfte der Baukosten bezahlt werden konnte. Auch Frau Claudine Schubiger unterstützte das Projekt, indem sie das Bauland schenkte.

 

Die Ortsbehörden sowie Genossen- und Ortsverwaltungsräte von Uznach, Schmerikon, Gommiswald, Eschenbach, St. Gallenkappeln, Goldingen und Ernetschwil beschlossen darauf den Bau des Speerblicks. Am 8. August 1910 wurde mit dem Bau begonnen und etwas mehr als ein Jahr später beendet.

Erfolgreich im Betrieb

Schon von Beginn an vor bald hundert Jahren arbeiten die professionell ausgebildeten Ordensschwestern des Klosters Ingenbohl als Sozialpädagoginnen im Speerblick mit. Seit vielen Jahren werden sie unterstützt von weiteren Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen.

 

Während früher über 40 Kinder in grossen Schlafsälen betreut wurden, bietet das Haus Speerblick heute Platz für zwei Wohngruppen mit je 7 Kinder und Jugendlichen. Zudem wurden die Schlafsäle in moderne Einzelzimmer umfunktioniert. Die Wohngruppen haben je eine eigene Küche und ein Wohnzimmer.

 

Die Trägerschaft des Speerblicks war lange ein Zweckverband, der während vielen Jahren aus Uznach, Schmerikon, Gommiswald, Eschenbach, St. Gallenkappeln, Goldingen und Ernetschwil bestand . Im Jahre 1993 traten die Gemeinden Amden, Weesen, Schänis, Benken, Kaltbrunn, Rieden, Jona und Rapperswil dem Zweckverband bei.

 

Wolken ziehen auf…

Das Amt für Soziales verlangte im Jahre 1999 eine Anpassung des Betriebskonzeptes des Speerblicks an die neue Heimverordnung. Die Gemeinden des Zweckverbandes fürchteten, dass aufgrund der neuen Auflagen Defizite im Betrieb entstünden und beschlossen ein Auflösung der traditionsreichen Institution. Diese wurde auf den 30. Juli 2004 wirksam und der Zweckverband wurde aufgelöst.

… und verziehen sich wieder

Gleichzeitig mit den Vorbereitung zur Schliessung des Kinderheims Speerblicks regte sich Widerstand in der Bevölkerung des Linthgebietes. Eine lose Gruppe von Personen aus verschiedenen Gemeinden, Parteien und Gruppierungen schlossen sich zusammen um die Schliessung doch noch abzuwenden.

 

Schliesslich wurde der Verein „Sozialpädagogische Wohngruppen Speerblick" gegründet. Die langjährige und feste Verwurzelung des Speerblicks erwies sich als grosser Vorteil: innert kürzester Zeit hatte der Verein über 600 Mitglieder.

 

In Folge bemühte sich der Verein beim Kanton erfolgreich um eine Betriebsbewilligung. Der Zweckverband verkaufte zudem die Liegenschaft an die Gemeinde Uznach, die nun als verlässlicher Partner Vermieter der Räumlickeiten ist.

 

Am 8. August 2004 konnte offiziell eine Wohgruppe mit 7 Kindern und Jugendlichen eröffnet werden. Rund zwei Jahre später wurde am 28. Juli 2006 ein weiterer Meilenstein erreicht: Die Betreibsbewilligung für eine zweite Wohngruppe wurde erteilt.

 

100 Jahre Speerblick

Im Jahr 2011 konnte der Speerblick sein 100-jähriges Jubiläum feiern. Dies war Anlass, zurück zu blicken. Im Rahmen eines Buches berichtet Historiker Alois Stadler über die Geschichte des Kinderheims Speerblick und die damalige Zeit. Das Buch kann bei der Heimleitung bestellt werden. Hier können Sie das Inhaltsverzeichnis herunterladen.