Sozialpädagogische Wohngruppen
Speerblick

Pädagogische Handlungsfelder

Kinder und Jugendliche

  • Bezugspersonenarbeit: Jedem Kind/Jugendlichen ist aus dem Kreis der Sozialpädagogen/innen eine Bezugsperson zugeteilt. Diese Bezugsperson ist im Sinne des Case-Managements erste Ansprechperson für sämtliche Belange des Kindes/Jugendlichen. Sie koordiniert und vernetzt alle Aktivitäten und Bemühungen in der Wohngruppe selbst und nach aussen.
     
  • Einzelgespräche: Regelmässig, in der Häufigkeit jedoch auf die individuelle Situation des Kindes/Jugendlichen abgestimmt, werden Einzelgespräche durchgeführt. Diese dienen dazu, individuelle Anliegen sowie Sorgen und Nöte zu besprechen. Ebenfalls sollen die aktuellen Erziehungsziele reflektiert und die weitere Zusammenarbeit definiert werden.

  • Standortgespräche: Je nach Situation, mindestens aber halbjährlich, werden Standortgespräche durchgeführt. In diesen sind die Wohngruppenleiterin und die Bezugsperson immer anwesend, der weitere Kreis der Beteiligten (zum Bsp. Eltern, einweisende Stelle, Lehrerinnen, Psychologin) wird individuell und situativ festgelegt. Hauptziel der Standortgespräche ist eine optimale Vernetzung aller Bemühungen. Dies soll unter anderem mittels Informationsaustausch, Koordination, Zielabsprachen, Bestimmung von Verantwortlichkeiten sowie der regelmässigen Überprüfung der Förder- und Unterstützungsmassnahmen erreicht werden.

  • Schulbesuch: Die Kinder und Jugendlichen der Sozialpädagogischen Wohngruppen besuchen prinzipiell die öffentliche Schule in Uznach. Dazu begeleitet und untersützt die Bezugspeson den Schulbesuch der Kinder/Jugendlichen aktiv. Dazu gehören unter anderem die Begleitung der Einschulung, die Kontaktpflege mit den Lehrkräften und die Teilnahme an Schulveranstaltungen. In der Wohngruppe selbst wird der Schulbesuch durch regelmässiges Nachfragen und konkrete Hilfestellung bei den Hausaufgaben unterstützt.

  • Interne psychologische Betreuung: Für die psychologische Betreuung steht intern eine Psychologin im Teilpensum zu Verfügung. Diese führt Einzelgespräche mit dem betroffenen Kind/Jugendlichen und unterstützt beratend die Eltern/Bezugspersonen, die Lehrerinnen sowie die internen Bezugspersonen. Die Psychologin nimmt an den Standortgesprächen teil oder beruft zur Planung des weiteren Vorgehens ausserordentliche Standortgespräche ein.

Wohngruppe

  • Gruppengespräche: Die Wohngruppe bietet ein vielfältiges Lernfeld für das soziale Zusammenleben. Dieses wird in Gruppengesprächen spontan oder geplant besprochen. Hauptinhalt dieser Gespräche bilden die Regeln für das Zusammenleben, den Umgang miteinander und die Art und Weise, wie einander begegnet wird.
     
  • Aufgaben: Individuell angepasste Ämtli sind Bestandteil der Mitverantwortung im Zusammenleben. Zweck des gezielten Einbezuges in verschiedensten Alltagssituationen ist des weiteren die Vermittlung lebenspraktischer Fähigkeiten wie zum Beispiel Kochen und Putzen.
     
  • Taschengeld: Der Umgang mit Taschengeld ist Bestandteil lebenspraktischer Fähigkeiten. Je nach Alter und Situation und unter Einbezug der Eltern und Bezugspersonen oder den einweisenden Stellen werden mit den Kindern schriftliche Regelungen vereinbart.
     
  • Gruppenregeln: Die Auseinandersetzung mit den Gruppenregeln ist Bestandteil des Lernfeldes. Diese sind strukturierendes und regulatives Element für das soziale Zusammenleben. Die Gruppenregeln werden kontinuierlich diskutiert, auf die aktuelle Situation angepasst und auf Einhaltung überprüft.
     
  • Rituale: Eine besondere Aufmerksamkeit für die Gestaltung des Gruppenlebens bilden Rituale (Tages- und Wochenablauf, Tischrituale, Zu-Bett-Gehen usw.) und die wiederkehrenden Feste und Feiern (Jahresfeiern, Geburtstage usw.). Sie sollen Sicherheit und Orientierung gewährleisten. Die gemeinsame Gestaltung von Feiern und Festen bieten zudem Freiräume für kreatives und lustvolles Tun. Das gemeinsame Erleben von Ritualen und Festen steigern das Gefühl für die Gemeinschaft, bieten Geborgenheit und schaffen Raum für Freude und Unbeschwertheit.

  • Freizeitgestaltung: Ähnliche Werte und Sinnerfahrungen wie bei den Ritualen kommen in einer abwechslungsreichen Freizeitgestaltung zum Tragen. Mit den Kindern und Jugendlichen zusammen wird der Umgang mit der freien Zeit innerhalb und ausserhalb der Wohngruppe eingeübt und erfahren. Dabei sollen Sport, Spiel und das Pflegen von individuellen Hobbies ausgewogen zum Zuge kommen. Die Freizeitgestaltung soll Möglichkeiten zur Pflege des Kontaktes mit den Schulkameraden und anderen Kindern und Jugendlichen in der Gemeinde bieten. Dies beinhaltet auch den Besuch von Sport- und Freizeitvereinen.

Umfeld

  • Raumgestaltung: Innerhalb der Wohngruppe wird auf die Schaffung einer kind- bzw. jugendgerechten Wohnumwelt geachtet. Die Kinder/Jugendlichen lernen dabei den achtsamen Umgang mit den Dingen und Einrichtungen. Sie achten und respektieren gegenseitig die Privatsphäre des Einzelnen (Zimmer, persönliche Gegenstände usw.) und tragen Sorge zum Wohnklima.

  • Ernährung: Besondere Aufmerksamkeit wird auf eine kinder- und umweltgerechte Ernährung gelegt. Auf eine abwechslungsreiche Menügestaltung, die Auswahl saisongerechter und frischer Produkte und eine schonende Zubereitung wird geachtet. Abend- und Morgenessen und die Mahlzeiten an den Wochenenden werden auf der Gruppe durch die Sozialpädagoge/innen zubereitet. Die Kinder werden hier altersgerecht beim Einkaufen und der Zubereitung einbezogen. Bei der Menüwahl wird auf religiöse und ethische Wertvorstellungen Rücksicht genommen.

  • Hygiene- und Gesundheitserziehung: Ziel ist, das Verständnis und die Freude für eine gesundheitserhaltende Lebensweise und Pflege zu wecken. Die dazu erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse werden erlernt und deren selbständige Umsetzung gefördert.

  • Aktivitäten in der Umwelt: Bei den Aktivitäten im Freien, bei Spielen, Ausflügen, Lagern usw. wird dem  Element  Umwelt und  Natur Beachtung geschenkt. Die Natur soll als wertvolles Gut und Quelle für freudvolle Erfahrungen kennen- und schätzengelernt werden.

  • Psychologische Betreuung: Eine Psychologin steht als Unterstützung der Sozialpädagogen zur Verfügung. Sie führt Einzelgespräche und unterstützt beratend Eltern/Bezugspersonen, Lehrerinnen sowie interne Bezugspersonen.

  • Eltern/Bezugspersonen: Kernstück einer vernetzten Arbeitsweise bildet die Zusammenarbeit mit den Eltern bzw. den aktuellen Bezugspersonen der Kinder und Jugendlichen. Sie werden in einer regelmässigen Zusammenarbeit aktiv in die Bemühungen um die Kinder und Jugendlichen einbezogen. Eltern oder Bezugspersonen sollen auch während des Aufenthaltes ihrer Kinder oder Jugendlichen in den Wohngruppen Speerblick der elterlichen Verantwortung und Sorgepflicht weiterhin bestmöglich nachkommen. Dazu werden sie auch über alle Belange der Arbeit im Speerblick informiert und in der Übernahme der eigenen Erziehungsarbeit beraten und unterstützt. Die Eltern bleiben während des Aufenthalts in den Wohngruppen Speerblick die wichtigsten Bezugspersonen.